Die Künstlerin in mir – Kreative Foto-Projekte

 in Azubi Foto BLOG

Ich liebe kreative Foto-Projekte

Die kann ich mir ganz alleine ausdenken und es sind keine Vorgaben vorhanden. Da kann man sich so richtig austoben. Während meines Praktikums gab es einige Episoden, wo die Auftragslage es erlaubte, dass ich mich einem eigenen Projekt annehmen konnte. Da waren Shootings wie „Gewürze“ oder „Bluetooth Boxen“, aber auch eine 360° Aufnahme eines Acog-Visiers.

„Du kannst ja einfach mal unten im Lager stöbern, was du noch so findest.“

Das muss man mir nicht zwei mal sagen. Und was man in einem Fotostudio alles in der Asservatenkammer findet -Mannometer! Also wurden Würfel fotografiert, Schuhe und sogar Tinte in einem Aquarium! Aber ohne Zweifel: Mehr Aufwand = mehr Wirkung. Die Anstrengung lohnt sich.

Eine Idee entwickeln

„Das Bild entsteht nicht in der Kamera oder auf dem Lichttisch. Das Bild entsteht im Kopf des Fotografen.“ – Dieser Weisheit, die mein Chef Marco Wydmuch mit mir teilte, liegt viel Wahres zugrunde. Wo sonst, wenn nicht im Kopf des Fotografen entsteht ein Werk. Allem liegt erstmal eine Idee zugrunde. Doch wie kommt man zu so einer Idee?

Als Fotograf muss man – wie schon öfter erwähnt, einige Eigenschaften mitbringen. Und die essenzielle Eigenschaft, die es zum Entwickeln von Ideen und Konzepten braucht, ist Vorstellungskraft und Kreativität. Und ein kreativer Mensch, muss seine Kreativität auch ausleben. Möglich, dass man in seinem Handeln eingeschränkt ist, wenn man Vorgaben eines Kunden gerecht werden muss, doch irgendwie gibt es doch immer mal wieder eine Möglichkeit sich selbst einzubringen. Und gerade, wenn man ohne Richtlinien und völlig frei agieren darf, lernt man, was alles möglich ist.

Grundlegend kann man sagen, dass niemand frei von Einflüssen ist. Unsere Gedanken, unser Handeln und sogar unser Auftreten besteht oft aus der Assimilation von Eigenschaften oder dem Handeln anderen Menschen. Jeder wird beeinflusst durch andere Personen, mit denen wir zu tun haben, Medien und unseren Erfahrungen. So ist es auch selbsterklärend, dass viele Fotografen sich Inspiration bei den Werken ihrer Kollegen suchen. Und das ist auch gut so: Denn man entwickelt die Ideen und Konzepte immer weiter und gibt von sich selbst etwas dazu. Das hat nichts mit Kopieren zu tun. Wie sonst würde in unserem Kopf ein Bild entstehen können, wenn wir keine Vorstellung haben von den verschiedenen Bausteinen und den Möglichkeiten, die die Welt uns bietet.

Kreative FotoProjekt in der AUsbildungUmsetzung und Möglichkeiten

Beim Thema Möglichkeiten von kreativen Foto-Projekten gibt es zur Umsetzung eines Konzepts im Prinzip folgende Kriterien: Zeit, Raum, Budget.

Hat man einmal einen Geistesblitz und eine plötzliche Idee, heißt es zunächst einmal nicht überstürzt zu handeln. Ich persönlich bin ein Mensch, der immer alles am liebsten sofort haben möchte und direkt vorbereiten und machen und tun. Diesen Tatendrang zu zügeln musste ich auch erst lernen. Gibt man seiner Idee Zeit und die Möglichkeit sich weiter zu entwickeln und zu verfestigen, dann wird mehr daraus. Weil manche Ideen sich bei längerer Betrachtung und Recherche als weniger großartig heraus stellen. Es spricht auch nichts dagegen sich mit jemandem über seine Foto-Ideen zu unterhalten und sich auszutauschen.

Zeit

Und dann gilt es sich über seine Möglichkeiten bewusst zu werden. Nicht jede Idee ist so einfach realisierbar, wie es in unseren Gedanken erscheint. Grundlegend ist der Punkt: Wie viel Zeit nimmt diese Aufgabe ein? Und das ist manchmal gar nicht so einfach abzusehen. Oft genug habe ich selbst feststellen müssen, dass eine Aufgabe, die für einen Vormittag angesetzt war, am Ende bis zum frühen Abend gedauert hat. Unvorhersehbare Probleme und Schwierigkeiten kann man nie ausschließen. Deswegen ist es wichtig gerade für größere kreative Foto-Projekte reichlich Zeit einzuplanen.

Raum

Größer, aufwendiger, besser. Wer will als engagierter Fotograf nicht immer hoch hinaus. Ob man nun eine Idee aus dem Netz  nachbauen will oder eine eigene Idee ausprobieren, man wird immer beschränkt durch die blöden vier Wände aus massiven Beton, die uns umgeben. Das gilt nicht für Außenaufnahmen, aber manchmal scheint uns selbst die Welt zu klein für unsere Pläne. Nehmen wir aber an, wir befinden uns im Fotostudio und mal wieder sind die Mauern einfach im Weg. Als guter Fotograf gilt es den Raum effektiv und sinnvoll zu nutzen. Auch auf kleiner Fläche lassen sich kreative Ideen eindrucksvoll umsetzen. Es benötigt nur einiges Tricksen und einen Grad an Wendigkeit, Fitness und Gelenkigkeit!

Geld

Traurig, aber wahr: Der dritte Aspekt ist das Budget. Nicht genug Geld zu haben ist unser aller Alltag. Aber was heißt eigentlich „nicht genug“. Wer legt denn fest, was genug ist. Wieso nicht mit wenigen Mitteln und Erfindungsreichtum grenzenlose Ausgaben vermeiden. Jeder Fotograf hat einmal so angefangen und selbst Profis benutzen für bestimmte Projekte Eigenkonstruktionen, die es so nie zu kaufen gäbe. Ich denke es sind sogar diese Unikate, die einem Fotografen wichtige Erfahrung geben.

Bildbearbeitung und Wirkung

Zunächst hat man das Foto. Das ist in seiner ursprünglichen Form eher das Material aus dem am Ende das Bild also unser Gesamtwerk wird. Oft sieht man einem Bild die Arbeit, die darin steckt schon auf dem ersten Blick an. Angestrebtes Ziel ist immer einen hochwertigen Look zu kreieren, egal wie Aufwand und Mittel oder Material waren. Es ist möglich selbst günstige Produkte teuer und edel aussehen zu lassen, das ist kein Geheimnis. Ein nicht so guter Fotograf kann aber auch hochwertige Produkte billig aussehen lassen 🙂

Das Phänomen Photoshop

Unser aller Freund und Feind zugleich heißt Photoshop. Und mit Photoshop ist es wie mit dem Universum. Ich glaube niemand kann seine vollen Ausmaße ganz begreifen. Immer wieder lerne ich etwas dazu und immer wieder wird mir klar wie unendlich die Möglichkeiten dieses Programms sind. Man kann Stimmungen erzeugen durch Veränderung der Farbtemperatur, man kann Unebenheiten und Makel rückstandslos beseitigen und ganze Gegenstände oder Personen im Hintergrund verschwinden lassen.

Und das ist auch wichtig für die Wirkung unserer Bilder. Ich würde das ganze nicht als Täuschung des Betrachters sehen. Unsere Aufgabe ist es ein stimmiges und effektvolles Bild zu liefern und auch wenn ich frei arbeite achte ich darauf, dass der Bildbetrachter nirgendwo „stolpert“. Dieses optische Stolpern meint störende Punkte im Bild, die nichts mit dem Motiv zu tun haben oder ablenkend wirken. Das kann ein Krümel sein, den man übersehen hat oder ein Kratzer.

Diese Unebenheiten kann man nicht voraussehen oder vorbeugen. Gerade bei Produktbildern ist es ungemein wichtig diese zu entfernen und ein Objekt im Grunde darzustellen „wie es sein könnte“. Wir putzen es -ebenso wie sich ein Mensch herausputzt, auf und stellen es bestmöglich dar. Diese Perfektion richtet sich immer nach dem Blick der Gesellschaft den Normen und auch nach eigenem Ermessen. Das Maß, was diese Perfektion erreicht ist heute leider auch oft übertrieben und zu hoch gesteckt.

Mir ist wichtig, dass Menschen und Produkte nicht „unrealistisch“ dargestellt werden und so ein falsches Bild nach außen tragen. Was ich vermitteln will ist die Wahrheit. Und Echtheit bedeutet gerade bei der Beauty Retusche niemanden zu entfremden oder zu viel mit dem „Verflüssigen“ Werkzeug zu spielen -auch wenn es ein verlockendes Tool ist.

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