Ein Team aus Foodfotograf und Foodstylist

 in Gastbeiträge

Ein gutes Foodfoto ist immer Teamarbeit

Ein Artikel von Gerhard Ruhle, aus Zenting (Bayern), seit 1979 selbstständig als Kochbuchautor und Foodstylist

Für ein gutes Food-Bild ist natürlich der Fotograf zuständig. Es setzt ein genaues und „schmackhaftes“ Licht auf die zu fotografierenden Speisen. Aber es muss ja auch jemanden geben, der die Speisen optimal zubereitet und dementsprechend in Szene setzen kann. Das ist die Aufgabe des Foodstylisten. Genügend Kenntnisse im Zubereiten und Stylen von Food ist Voraussetzung, besser noch eine Ausbildung in der Gastronomie als Koch oder Patissier (Konditor) mit einigen Jahren Berufserfahrung. Je größer die Berufserfahrung ist, desto so besser kann er dem Foodfotografen zuarbeiten.

„Klick“ – Ein typischer Foodfotografie-Tag im Fotostudio

Fotograf und Stylist werden im Allgemeinen von einer Werbeagentur oder vom Kunden direkt gebucht. Bestenfalls geht dem Job ein Meeting voraus, in dem alle Punkte für das Shooting besprochen werden:

  •  Timing
  • Menge der Fotos
  • Fotoauffassung
  • Einkauf der Produkte
  • Umsetzung der Aufgaben

Foodstyling Baguette mit Ei

Der Foodstylist sollte seine Einkaufsquellen kennen, um wirkliche Top Lebensmittel für die Foodfotografie zu erhalten bzw. zu verarbeiten. Denn Gemüse und Kräuter etc. dürfen keinesfalls Alterserscheinungen aufweisen,sondern Frische, als hätte man eben geerntet. Bei der Vor- und Zubereitung  ist darauf zu achten, dass Lebensmittel nicht bis zur Unkenntlichkeit gegart werden. Denn es soll ein Bild der Frische widerspiegeln, um einen guten Kaufanreiz zu erzielen. Auf Lacke, Spray’s und Farbe ist gänzlich zu verzichten, denn es soll ein natürliches Produkt abgebildet werden, welches Lust auf Essen macht. Frisch zubereitete Lebensmittel, schnell belichtet, sehen am Besten aus. Die Anzahl der Fotos/Gerichte, welche für den jeweiligen Arbeitstag geplant sind, richten sich natürlich nach dem Schwierigkeitsgrad.

Bei Motiven für Verpackungsfotos gilt eine längere Vorbereitungszeit, da Größe, vorhandener Platz und gesetzliche Vorgaben, in Einklang gebracht werden müssen. Etwas leichter ist es in der redaktionellen Foodfotografie bzw. Styling, da man hier seine eigene Komposition und Idee einbringen und nicht durch gesetzliche Vorgaben eingeengt wird. Dies bezieht sich hauptsächlich auf Kochbücher und Zeitschriften für Lebensmittel. Schon bei der Findung der Rezepte kann so geplant und entwickelt werden, dass das Foto einen sehr attraktiven Eindruck durch Zutaten und Garnierungen erhält. Je nach Gericht kann ein exotischer, Gourmet-affiner oder feiner Touch angestrebt werden.

Themen für die  Produktion eines Kochbuches oder Kochzeitschriften

Als Beispiel: Italienische Gerichte, Schmor- und Kochgerichte, vegetarische Gerichte, usw. Als Stylist oder Rezeptentwickler erarbeitet man eine reichhaltige Vorschlagsliste, die vom Verlag eingesehen und bearbeitet wird. Die für den Verlag relevanten Gerichte werden für die Rezeptentwicklung freigegeben. Der Food-Stylist bzw. Rezeptentwickler bereitet die jeweiligen Vorschläge zu. Das heißt: Für wie viele Personen ist das Gericht gedacht, welche Mengen an Fleisch, Fisch oder Gemüse werden dafür benötigt, Garmethode und Garzeiten festgelegt und eine genaue Umschreibung der Zubereitung. In manchen Fällen kommt die Berechnung der Nährwerte hinzu. Eine besondere Herausforderung für den Fotografen und den Foodstylisten ist die Umsetzung von Speiseeis-Anrichtungen bzw. Eisfotos.

Die Präparation und Fotografie von Eisfotos

Foodstyling Dessert Erdbeern

Foodfotografie Nachtisch mit Erdbeeren

Bekanntlich schmilzt das Speiseeis sehr schnell, sodass kaum Zeit bleibt um eine sehr gute Belichtung zu erreichen. Da ist Erfahrung gefragt.
Das portionierte Eis wird auf ca.  -60 Grad herunter gekühlt, damit es unbeschadet angerichtet werden kann. Zunächst wird mit gleich großen Platzhaltern eine identische Anrichtung erstellt. Mit den Zutaten für diese Eis-Anrichtung garniert, zum Beispiel: Saucen, Nüsse, Schokolade, frische Früchte oder Sahne. Wenn alles ins rechte Licht gerückt ist, werden die Platzhalter entfernt und durch das gekühlte Eis ersetzt. Mit einem Föhn wird das gekühlte Eis vorsichtig angeblasen, so dass ein zarter Schmelz entsteht und dann vom Fotografen sofort geshootet wird. Bei sehr hochwertigen Produkten bei denen es auf viele Details und einem professionelles Styling/Shooting ankommt (wie z.B. beim Eisstyling) kreieren Fotograf und eingespielter Stylist 1-2 Motive am Tag.

Autor dieses Artikels Gerhard Ruhle

Foodstyling Blog und Kochblog

 

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