Focus Stacking – maximale Schärfentiefe

 in Azubi Foto BLOG, Fachbeitrag Fototechnik

Die Herausforderung – geringe Schärfentiefe

Oftmals stößt man als Produktfotograf an die Grenzen des Schärfebereichs. Gerade, wenn man mit Makro-Objektiven und hoher Brennweite und einer geringen Blendenzahl arbeitet, hat man oftmals das Gefühl, dass die Schärfe, die wir zur Verfügung haben nicht mehr ausreicht. Aber was wären wir für Fotografen, wenn wir nicht über unsere Grenzen hinaus sehen würden: Das sogenannte Focus Stacking bietet mehr Möglichkeiten als je zuvor.

Was früher eine „Makroschiene“ gelöst hat, schafft die heutige Technik fast von selbst. Zuvor wurde die Kamera auf diese Schiene montiert und der Schärfepunkt durch Veränderung des Kameraabstands zum Motiv verschoben. Diese rein mechanische Lösung benötigen wir heute nicht mehr. Ebenfalls bereitet die Verschiebung des Fokus und somit die daraus entstehende minimale Abweichung der Objektgröße uns keine Hindernisse mehr.

Die Lösung – Was kann Focus Stacking?

„Focus Stacking“ beschreibt eine Technik, bei der das Produkt mithilfe eines stabilen und erschütterungsfreien Stativs fotografiert wird und dabei nicht bewegt werden darf. Man erstellt zwei oder mehr Bilder, bei denen jeweils an unterschiedlichen Punkten scharf gestellt wird und fügt diese am Ende mit eine speziellen Photoshop Funktion zusammen.

So erhält man am Ende ein Bild, was von vorne bis hinten scharf ist. Deshalb ist alles, was für das Produkt wichtig ist perfekt zu erkennen. Dies ist gerade für unsere Kunden oft extrem wichtig und zeichnet ein Höchstmaß an Qualität aus. Diese Methode sollte jedem professionellen Produktfotografen bekannt sein und erleichtert uns regelmäßig unseren Arbeitsalltag.

Die Vorgehensweise – Durchführung des Focus Stacking

focus-stacking-schaerfentiefe-erweiternDas wichtigste beim Focus Stacking ist die Kamera und das Produkt während des Fotografierens nicht anzurühren. Lediglich der Schärfepunkt wird verändert. Man stellt zunächst weiter vorne scharf und macht anschließend ein zweites Bild, bei dem weiter hinten fokussiert wird. Nun haben wir zwei oder mehr Bilder mit unterschiedlichen Schärfepunkten. Im Grunde arbeitet man sich langsam von vorn nach hinten und dreht den Fokusring nur ganz leicht in die jeweilige Richtung.

Um die Fotos zu einem Bild zusammen zu fügen, müssen wir uns an den PC oder Mac setzen und alle Bilder in Photoshop CC 2015.5 öffnen. Anschließend beginnen wir mit dem Stacking.

Dies kann man manuell mit einer Maske machen, indem man eine Datei öffnet und die jeweils andere bei Photoshop darüber legt. Oder man wählt eine automatische Funktion von Photoshop, die sich „Skripten“ nennt. Wählt man dort den Punkt „Dateien im Stapel laden…“ kann man mehrere Fotos in Photoshop auf verschiedenen Ebenen übereinander legen. Über den Punkt „Quellbilder nach Möglichkeit automatisch ausrichten“ stellen wir sicher, dass die Fotos auch deckungsgleich sind, da durch den unterschiedlichen Fokus auch das Motiv teilweise minimal anders wirkt.

Der letzte Schritt beinhaltet das Zusammenfügen an sich. Dies funktioniert über den Menüpunkt „Bearbeiten“ und „Ebene automatisch überblenden“. Hier errechnet Photoshop, wo auf den Ebenen die Schärfe liegt und kann jeweils die Informationen zu einem Bild zusammen tragen.

Das Ergebnis – Ein perfekt scharfes Bild

Durch diese Funktion ist Photoshop schlau genug, das Focus Stacking selbstständig durchzuführen. Am Ende hat man ein qualitativ hochwertiges Bild, auf dem unser Produkt komplett scharf und in sehr hoher Auflösung abgebildet ist. In der Nachbearbeitung müssen wir lediglich Retusche und Freistellung vornehmen und niemand wird wissen, dass in unserem Bild mehrere Fotos vereint wurden.

 focus-stacking-ergebnis-taschenrechner-schaerfentiefe

Aktuelle Beiträge
Comments
  • Ute M.
    Antworten

    Diese Bearbeitungstechnik kannte ich noch nicht, danke dafür. Werde ich bei meinen Makrofotos mal ausprobieren. Mal sehen, ob das klappt.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Schreiben Sie und drücken Sie Enter zum Suchen

Frequenztrennung für Hautretusche